Fussball Urlaub
Egal, ob traditionsreiches Fußballstadion mit ruhmreicher Geschichte oder High-Tech-Arena: Europas Fußballtempel sind weltbekannt und sind auf jeden Fall einen Roadtrip wert.Die folgende Übersicht liefert Dir einen kompletten Überblick über alle Stadien und Spielorte, die im Europäischen Fußball Rang und Namen haben. Wenn Du mehr über die Städte erfahren willst und wo Du z.B. übernachten kannst, dann schau Dich im Bereich „Road Stops“ um.
Go - Get the Cup
Abgesehen von den USA ist der Fußball überall auf der Welt beliebt und vereinigt die Völker wie kein anderer Sport. Wer vergisst schon die WM 2006 in Deutschland, wo wir alle in den Fanmeilen unseren Favoriten zugejubelt und mit ihnen gefiebert haben. Die starke Wirkung des Fußballs zog sogar absolute Fußball-Muffel in seinen Bann und plötzlich wurde man sogar von seiner Friseuse auf das Thema angesprochen.Dieser Fußball-Urlaub ist allerdings nichts für Leute, die sich nur für Europa- oder Weltmeisterschaften interessieren, sondern für alle, die Spaß an der Europäischen und den nationalen Ligen haben. Du wirst Stadien und Spielorte sehen, die Du sonst nur aus vom Namen oder aus dem Fernsehen kennst. Außerdem wirst Du mit Informationen über die einzelnen Vereine gefüttert und bekommst Tipps zu lokalen Fußball-Pubs.
Fußball Urlaub in der Schweiz: Von Paarungszeiten und Wundern
Das Wunder von Bern © Platinatore: flickr.com
Ausgangspunkt für den Fußball-Urlaub soll Nyon in der Schweiz sein. Nyon? Nyon liegt am Genfer See und ist Sitz der UEFA. Hier werden die Paarungen der einzelnen Spiele des UEFA Cups geplant und veröffentlicht. Dreimal im Jahr ist hier Paaarungszeit angesagt: Gruppenbildung im August, im Dezember und im März für die acht verbleibenden Finalisten. Es könnte also keinen besseren Auftakt für Deinen Fußball-Urlaub geben. Am besten richtest Du es zeitlich so ein, dass Du zu einer der drei Paarungszeiten in Nyon bist.
Freunde des deutschen Fußballs geraten beim Gedanken an Bern ins Schwärmen. Als im Juli 1954 die deutsche Mannschaft im Finale der WM den Top-Favoriten Ungarn mit einem 3:2 im Berner Wankdorfstadion bezwang, war das Wunder von Bern geboren. Alles starrte wie gebannt auf die Stadionuhr und zählte die letzten Sekunden der Nachspielminute bis es dann hieß: „Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus! - Deutschland ist Weltmeister, schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern! ...“ Im Nachhinein sorgte dieser Sieg für Euphorie in Deutschland – endlich war man wieder wer und das Wankdorfstadion in Bern wurde über Nacht weltberühmt.
Im Laufe der Zeit wurde das Wankdorfstadion allerdings den Anforderungen der FIFA nicht mehr gerecht und wurde im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen im Jahre 2001 abgerissen. Im Sommer 2005 wurde das neue Stadion „Stade de Suisse“ eröffnet und war 2008 auch Austragungsort zahlreicher Partien der Europameisterschaft. Eines der wenigen Überbleibsel des abgerissenen Stadions ist die Stadionuhr, die heute ihren Platz vor dem Stadion hat.
TopFußball Urlaub in Mailand: Zu Gast Fußball-Weltmeister
San Siro in Mailand © Olivier Bruchez: flickr.com
Auch wenn sie sich nach Meinung vieler Fußballbegeisterter bei der WM 2008 den Weltmeistertitel nicht wirklich verdient haben, so kann man allerdings ihre Liebe zum Fußball nicht leugnen, denn wenn die Italiener lieben, dann mit Leidenschaft.
In der Heimat von Alfa Romeo und schicker Modeboutiquen sind auch zwei Fußball-Titanen zu Hause: Der AC Mailand und Inter Mailand. Und hier liegt auch das weltbekannte "San Siro"-Stadion, wo die beiden Vereine beheimatet sind. Der eigentliche Name des Stadions ist "Giuseppe-Meazza"-Stadion, welches bei seiner Eröffnung 1926 noch "San Siro" hieß.
1990 wurde das Stadion für die Austragung der WM umgebaut und erhielt seinen heutigen Namen. Nicht nur wegen seiner langen Geschichte ist es einer der bekanntesten Fußballtempel der Welt. Durch die steilen Tribünen sind die Fans extrem nah am Spielgeschehen. Das große Stadiondach wird von 11 imposanten Türmen getragen und es herrscht eine berauschende Atmosphere, die jeden Fan vom Stuhl reißt! Zu erreichen ist das Stadion mit der Tram 16 und befindet sich in der Via Piccolomini 5.
Wer keine Karten für ein Spiel im San Siro ergattern kann, der sollte sich in eine der zahlreichen Fußball-Bars (wie z.B. Solferino in der Via San Marco) im Stadtteil San Siro bewegen. Termine für das nächste Derby werden meist an der Tür angeschlagen. So kommt man gut mit Mailändern in Kontakt, denn die Sprache des Fußballs ist international!
TopFußball Urlaub in Barcelona: Mes que un club - Mehr als ein Club
Mes que un club - Mehr als ein Club © Sarah Quinn Armitt: flickr.com
Nächster Halt: Barcelona! Die Spanier sind nicht weniger fußballverrückt als wir Deutsche, denn in Spanien wird der Fußball wie eine Religion verehrt. Ober besser andersrum gesagt, Religion ist hier wie Fußball, denn die Spanier widmen sich ihrem Lieblingssport mit viel Hingabe. Während die Bewohner Barcelonas in vergangenen Zeiten am Sonntag eher in die Kirche gingen, gehen sie heute vor allem ins Stadion oder in Tapas-Bars, die die Spiele live übertragen.
Am besten ist es, wenn man zwischen September und Mai nach Barcelona kommt, denn zu dieser Zeit läuft jährlich die Fußballsaison in Spanien. „La Liga“ oder auch einfach „Primera“ – die Crème de la Crème des spanischen Fußballs – umfasst 20 Teams, welche abwechselnd zu Hause und dann beim Gegner auflaufen. Der FC Barcelona war in den Jahren 2005 und 2006 Spanischer Meister und gewann das Champion’s League-Finale 2006. Der Verein ist im legendären Nou Camp zu Hause, Europas größtem Stadion mit insgesamt 120.000 Plätzen.
Die Ticket-Preise im Vergleich zu Deutschland recht niedrig. Für ein „La Liga“-Spiel zahlt man im Duschschnitt 20-35€, es sei denn, man wird von den Schwarzmarktverkäufern vor dem Stadion über’s Ohr gehauen.
Wenn die Titanen Real und Barca aufeinander treffen, dann ist die Rede vom „classico“, dann kocht die Stimmung. Hier im größten Fußballtempel Europas kannst Du mit fast 100.000(!) Fans Deinen Favoriten anfeuern. Nicht umsonst wurde es 2008 zum größten Fußball-Weltwunder erklärt.
Gleich neben dem Stadion befindet sich das beliebteste Museum in Katalonien: Das Barca-Museum. Hier kannst Du die ruhmreiche Geschichte des Vereins verfolgen und Dich sogar mit ausgewählten Trophäen fotografieren lassen. Falls Du Dich für die Stadion Tour interessieren solltest, dann empfiehlt sich eine Vorbestellung der Tickets im Internet, denn die Stadion-Tour zählt zu den beliebtesten Führungen der Stadt!
In Barcelona gibt es zahlreiche Irish Pubs und Tapas Bars, welche die Spiele auf Fernsehern übertragen. Zu empfehlen ist die Ferran Straße (Carrer Ferran), wo die Auswahl an Fußballkneipen groß und die Stimmung gut ist. Einfach den Jubelrufen folgen ;) Für alle, den Stars von Barca gern persönlich begegnen wollen, sei ein Besuch im CDLC Barcelona empfohlen. Richtig. Patrick Kluivert ist Teilhaber dieser exquisiten Nobel-Disco und ist hier von Zeit zu Zeit anzutreffen.
TopFußball Urlaub in Madrid: La vida loca
La vida loca in Madrid © JuanJaén: flickr.com
Der Ruhm von Real Madrid lässt sich allein aus der Statistik ablesen: 70 Meistertitel, davon 31 in der eigenen Liga, 17 beim Copas del Rey und unglaubliche 9 Champions League Titel. Nebenbei hat Real den European Super Cup, den Intercontinental Cup und den UEFA Cup abgeräumt und wurde von der FIFA im Jahre 2000 zum Club des Jahrhunderts gekürt.
Es steht also außer Frage, dass es sich hierbei um den erfolgreichsten Verein in der Geschichte des Fußballs handelt – und dementsprechend feiern ihn auch die Madridistas.Zu Hause ist Real Madrid im Santiago-Bernabéu Stadion, einer weiteren Pilgerstätte des Weltfußballs. 1957, 1969 und 1980 fanden hier die Europa-Cup-Finals statt. Für deutsche Mannschaften gab es hier allerdings nie viel zu jubeln: 1980 verlor der HSV gegen Nottingham im Europapokal-Finale, 1982 verlor hier das DFB-Team gegen Italien im WM-Finale, der FC Köln verpasste hier 1986 den UEFA-Cup gegen Real Madrid. Der Verein wurde im Jahr 2000 von der Fifa zum Club des Jahrhunderts gekürt. Die einmalige Atmosphäre in diesem Fußballtempel solltest Du Dir in Deinem Fußball-Urlaub nicht entgehen lassen!
Falls Du denkst, dass die deutschen Medien den „großen fünf“ Vereinen in Deutschland zuviel Beachtung schenken, dann kennst Du die Medien in Madrid noch nicht. Hier ist es Real Madrid, Real Madrid, Real Madrid, Real Madrid und ein bisschen Barcelona. Das hängt natürlich davon ab, wo man sich in Spanien gerade aufhält, denn in Katalonien ist die Situation genau umgekehrt. Andere Clubs sind hier Nebensache, obwohl Vereine wie Atletico Madrid oder Valencia in Europa als Fußball-Giganten gelten und eine internationale Fan-Gemeinde haben.
Madrid atmet und lebt für sein Team. Dieses Feeling verfolgt den Besucher auf Schritt und Tritt. Sind die Königlichen erfolgreich, dann hört man das Jubeln der Madristias (Real-Fans) in jedem Winkel. Wird Real von einer Pechsträhne verfolgt, dann heißt es, die Spieler seien zu gut bezahlt, Wer sich ein Spiel in einer Tapas-Bar anschaut, dem wird schnell klar, dass er von Fussball-Experten umgeben ist, die ihre Ratschläge und Frustrationen dem Fernseher zurufen. Die spanischen Fans ziehen einen Fußballabend im Stadion oder in einer Tapas-Bar dem eigenen Wohnzimmer vor, denn das gehört hier zum guten Ton.
Wer sich ein Spiel in einer Tapas-Bar anschaut, dem wird schnell klar, dass er von Fussball-Experten umgeben ist, die ihre Ratschläge und Frustrationen dem Fernseher zurufen. Sehr zu empfehlen sind „La Parpusa“ in der calle Cardinal Cisneros und Finbars in der calle Marques de Urquijo, wo es bei gutem Bier, Wohnzimmeratmosphäre und gutem Essen gut aushalten lässt. Man sollte vor allem die Touristen-Fallen am Plaza Mayor und Plaza Sol meiden. Beide sind schon wegen ihrer Architektur in jedem Fall einen Besuch wert, allerdings nicht für den Konsum von cervezas und tapas geeignet. Da sollte man sich besser die Seitenstraßen vornehmen und die wahre Spanische Kneipenkultur entdecken.
Top
Fußball Urlaub in Paris: Allez les bleus!
Allez les bleus! © PresleyJesus: flickr.com
Der Französische Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten in Frankreich und Namen wie Zidane, Henry oder Trezeguet lassen die Herzen der Fans höher schlagen. Der Fußball in Frankreich geht über verschiedene soziale und ethnische Gruppen hinweg und fördert wie kein anderer Sport die Gleichheit unter Sportlern. Dies macht den Reiz für viele junge Franzosen am Fußball aus, denn sie sehen darin die einzige Chance für den sozialen Aufstieg. Zidane und Co. kamen überwiegend aus den Vorstädten aus dem armen Süden oder den Banlieus von Paris und schafften den Sprung zum Erfolg.
Zu den Top-Vereinen zählen Olympique Lyon, Olympique Marseille und Paris St. Germain. Klarer Favorit ist hier Lyon mit insgesamt sieben französischen Meistertiteln (in Folge!). Allerdings beschränken sich die Erfolge auf die eigene Liga, denn bisher kam es nur ein Mal zum Achtelfinale gegen Die französischen Fußballtitanen sind vor allem bei ausländischen Clubs beliebt, die den Spielern Unsummen für den Transfer bieten. Dadurch bleiben nur wenige dieser Spieler im eigenen Land, was sich insgesamt auf den Erfolg der französischen Liga auswirkt. Die Franzosen stehen dem heimischen Fußball gelassen gegenüber; lediglich 20 % bezeichnen sich als Fußball-Fans und ein Erst-Liga-Spiel hat im Durchschnitt gerade mal 15.000 Zuschauer.
Wenn aber die Titanen Ribery, Henry, Makelele und Co. zusammenkommen, um im Nationalkader bei Länderspielen und internationalen Meisterschaften aufzulaufen, dann erwacht das Fanherz der Franzosen und ihre Mannschaft wird gefeiert. Die französische Nationalmannschaft ( Equipe Tricolore oder kurz Les Bleus) ist nämlich eine der erfolgreichsten Mannschaften der Welt und gewann die WM 1998 und die EM 1984 und 2000.
Der französische Beckenbauer heißt Michel Platini und war in den 1980er Jahren ein legendärer Mittelfeldspieler. Allein bei der EM 1984 schoss er in der Endrunde unglaubliche neun Tore, was bis heute kein anderer Spieler schaffte. Selbst die Lichtgestalt Zidane konnte diesen Rekord nicht brechen, dafür führte er aber die Blauen gegen Brasilien 1998 zum WM-Titel und das auch noch im eigenen Land. 2006 war sein Kopfstoß gegen Materazzi vielleicht der Grund für die Niederlage im WM-Finale gegen Italien.
Wie so ziemlich alles in Frankreich konzentriert sich auch im Bezug auf Stadien alles auf Paris. Ob Prinzenparkstadion oder Stade de France – hier in Paris finden die internationalen Länderspiele statt. Das Prinzenparkstadion war bis zum Bau des größeren Stade de France das geschichtsträchtige Heimstadion der Nationalmannschaft. Hier erlang Frankreich 1984 den Europameister-Titel mit einem 2:0 Sieg gegen Spanien. Auch Tränen sind hier geflossen, als 1993 die Equipe im Qualifikationsspiel für die WM 1993 mit einer 1:2 Niederlage gegen Bulgarien die Teilnahme an der WM1994 in den USA vergeigte. Auf Vereinsebene ist hier Paris St. Germain zu Hause, der hier seinen größten Erfolg 1993 mit einem 4:1 Sieg gegen Real Madrid im Viertelfinale des UEFA Cups erlang.
Seit 1998 tragen die Les Bleus ihre Heimspiele im neu errichteten Stade de France aus, dem größten Stadion Frankreichs. Es wurde für die WM 1998 gebaut und war im gleichen Jahr Austragungsort des bis dato größten Erfolges der französischen Nationalmannschaft, denn hier bezwangen die Franzosen mit einem 3:0 die Brasilianer um Finale der WM1998. Es war das erste Mal, dass Frankreich den World Cup gewannen und es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass eine Gastgebernation Weltmeister wurde.
Top
